08.05.2017

Weiterentwicklung des bayernhafen Passau

Geschäftsjahr 2016: 238.000 t Güterumschlag per Binnenschiff und Bahn

Im bayernhafen Passau werden regelmäßig Schwerlastgüter verladen. Bis 63 t steht ein Mobilkran zur Verfügung, für darüber hinaus gehende Gewichte werden Schwerlastkräne eingesetzt.

Passau, 8. Mai 2017 – Im bayernhafen Passau, der zusammen mit den bayernhafen Standorten Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth und Regensburg zur bayernhafen Gruppe gehört, wurden 2016 insgesamt 237.930 t über die umweltverträglicheren Verkehrsträger Binnenschiff und Bahn umgeschlagen. Zur nachhaltigen Weiterentwicklung des bayernhafen Passau führt die bayernhafen Gruppe derzeit ein sog. Interessenbekundungsverfahren für den Standort Passau-Schalding durch.

Der bayernhafen Passau ist Bayerns Tor von und nach Südosteuropa. Durch seine Leichterungsfunktion hat er eine besondere Bedeutung für die Schifffahrt auf der Donau. Für Schiffe, die von Südosteuropa und Österreich kommen, ist er der letzte Donauhafen vor dem nicht ausgebauten Abschnitt Vilshofen-Straubing. Für diesen Donauabschnitt müssen Güterschiffe ihre Ladung an die jeweilige Abladetiefe anpassen, indem sie einen Teil ihrer Ladung auf ein weiteres Schiff umladen oder an Land zwischenlagern. Genau dafür bietet der bayernhafen Passau Umschlag- und Lagerkapazitäten an.

Die Flächen- und Infrastrukturverhältnisse im bayernhafen Passau-Schalding sind mit 450 Meter Kaianlagen und einem hafeneigenen Gleisnetz von 2,7 km zwar begrenzt, jedoch vielseitig nutzbar. Um alle Kundenbedürfnisse und -anforderungen noch besser in den Betriebsabläufen und den Dienstleistungen berücksichtigen zu können, führt die bayernhafen Gruppe derzeit ein Interessenbekundungsverfahren durch. „Wir wollen im Rahmen dieses transparenten und neutralen Verfahrens ermitteln, welches Interesse der verladenden Wirtschaft an Hafendienstleistung besteht und wer Interesse daran hat, Leistungen im Hafenumfeld zu erbringen”, sagt Joachim Zimmermann, „dies bietet uns dann eine gute Entscheidungsgrundlage für die weitere Entwicklung des bayernhafen Passau.“

Per Schiff wurden im vergangenen Jahr…

231.725 Tonnen umgeschlagen, das sind 20,1 % weniger als im Vorjahr. Rückgänge gab es vor allem in den Güterklassen Nahrungs- und Futtermittel sowie Stahl. Hauptumschlaggüter per Schiff sind landwirtschaftliche Erzeugnisse, andere Nahrungs- und Futtermittel sowie Düngemittel, die zusammen über 80 % der Schiffstonnage ausmachen, sowie Steine und Erden.

Auch für den Transport hochwertiger Industriegüter wie Anlagen und Maschinen ist das Binnenschiff ideal. So werden zum Beispiel vom Technologiekonzern The Linde Group gefertigte Anlagen in Passau aufs Binnenschiff verladen und von hier zu Zielen weltweit transportiert.
Gut ausgelastet war 2016 auch der RoRo-Liniendienst der Firma Donau Star BG EOOD auf der Donau von Passau über das österreichische Enns nach Vidin und Ruse in Bulgarien: Transportiert wird jegliches rollendes Equipment, wie z.B. Landmaschinen, aber auch sonstige schwere und voluminöse Güter wie Windflügel, die dann mittels Kran zugeladen werden.

„Schwere und großvolumige Güter lassen sich auf dem Binnenschiff sicher und umweltschonend transportieren“, sagt Joachim Zimmermann, Geschäftsführer der bayernhafen Gruppe, „dagegen sind Schwertransporte auf der Autobahn erheblich aufwendiger.“ Durch seine gute Erreichbarkeit für überbreite und hohe Anlagenteile und entsprechende Umschlagmöglichkeiten ist der bayernhafen Passau ein wichtiger Standortfaktor für den bayerischen Anlagenbau.

Verkehrsverlagerung beim Gütertransport auf langen Strecken ...

ist ein wesentliches Ziel für die bayernhafen Gruppe. Die Basis dafür sind gut angebundene Hafen-Standorte, die eine intelligente Verknüpfung der drei Verkehrsträger Schiff, Bahn und Lkw in der Transportkette ermöglichen. Das Ausmaß der Verkehrsverlagerung zeigt sich, wenn statt Güterumschlag in Tonnen die Transportleistung der einzelnen Verkehrsträger in Tonnenkilometern betrachtet wird. In Deutschland transportierte nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in 2014 die Eisenbahn ihre Güter durchschnittlich 309 km weit, das Binnenschiff 259 km, der Lkw, der insbesondere den Vor- und Nachlauf übernimmt, nur 94 km. Die durchschnittliche Transportweite per Binnenschiff am bayernhafen Passau betrug im vergangenen Jahr 658 km. Am bayernhafen Passau ergeben sich so fürs Binnenschiff insgesamt rund 153 Millionen Tonnenkilometer.

Flusskreuzschifffahrt

In der Vergangenheit mussten aufgrund der hohen Nachfrage in Passau Veranstalter von Flusskreuzfahrten zum Teil auf nahe gelegene Anlegestellen in Österreich ausweichen. Seit Ende 2015 können Hotelschiffe auch im bayernhafen Passau-Racklau anlegen: 44 Hotelschiffe nutzten dies im Jahr 2016. Die Koordination übernimmt die auf Dienstleistungen rund um die Flusskreuzfahrt spezialisierte Firma Eichberger Reisen. Im Dialog mit der Stadt Passau wird ein Konzept zur zukünftigen Nutzung der Racklau für städtebauliche und touristische Zwecke entwickelt, auch und gerade um den vorgenannten Engpass zu beseitigen. Auch im bayernhafen Passau-Schalding wurde das Anlegen von Hotelschiffen ermöglicht, 2016 waren es insgesamt 111 Hotelschiffe.

Die vollständige Pressemitteilung steht als pdf  zum Download zur Verfügung.

Der Ro-Ro-Liniendienst zwischen Passau-Schalding und Südosteuropa bewährt sich seit Juli 2015 im Betrieb. Der Transport der Fahrzeuge per Binnenschiff entlastet den Straßenverkehr.
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